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Vélo Atelier Casa, Maroc

Vélo Atelier Casa – Berufliche Bildung und Arbeit für benachteiligte Jugendliche in einer Fahrrad-Werkstatt in Casablanca, Marokko.

Stichworte: Jugendliche, Handwerk, Berufliche Bildung, Integration, Entrepreneurship
Ziel: Die Fahrradwerkstatt in der Altstadt Casablancas verfolgt das Ziel, arbeitslose Jugendliche mit niedriger Schulbildung und geringen Berufschancen aufzufangen und ihnen berufliche Perspektiven und längerfristig Möglichkeiten des Einkommenserwerbs zu eröffnen.

Jugendliche werden im Bereich der Zweirad-Mechanik (Fahrrad) aus- und weitergebildet und in produktive Beschäftigung gebracht. Später werden Kenntnisse vermittelt, wie eine Werkstatt und ein Fahrradhandel aufgebaut und geführt werden können.
Maßnahmen: fortlaufend praktische Arbeiten mit Fahrrädern im Werkstattbetrieb unter Anleitung (Wartung, Diagnose, Reparatur, Demontage, Fertigung von Ersatzteilen, Umbau, Nachrüstung), Dienstleistungen für Kunden. Bildungsmaßnahmen im Werkstattbetrieb. Theorie (Auswahl): Bestandteile, Baugruppen und Systeme beim Fahrrad, Fahrradelektrik, E-Bikes, Kraftübertragungs –und Bremssysteme, Umgang mit Werkzeugen, Rad-Physik, Kundenkommunikation; Grundlagen zur Gründung eines Fahrradhandels und Werkstattbetriebes. Nach einer Startphase probeweiser Betrieb einer selbstgeführten Werkstatt mit Bindung an Ausgangsbetrieb.

Kooperationspartner: “ESPOD” (Espace Point de Départ, Casablanca / Rabat.
Die „Association ESPOD“ führt seit 1991 erfolgreich Entwicklungsprojekte mit nationalen und internationalen Partnern (u.a. globe e.V., 2015) im Bereich der Armutsbekämpfung, der Aus- und Fortbildung von Jugendlichen, nachhaltiger Entwicklung sowie sozialer Integration in benachteiligten städtischen Gebieten durch.

Förderer und Partner: Stiftung Nord-Süd-Brücken, Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Höhe von 75 % der Gesamtkosten.

Projekthintergrund: Mehr als ein Fünftel der marokkanischen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Aus fehlenden Bildungsmöglichkeiten erwachsen mangelnde Zukunftsperspektiven, die oft Konflikte in Familien und im sozialen Umfeld zur Folge haben – nicht ohne Tendenzen zunehmender Risiken von Kriminalität, Gewalt und Drogenkonsum. Die Förderung der Beschäftigung und Eigenverantwortung von Jugendlichen sind von enormer Bedeutung. Durch die Einrichtung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen in einer Fahrradwerkstatt bekommen jugendliche Marokkaner die Chance, sich in einen beruflichen Arbeitsalltag einzugliedern und gewinnen Stabilität, für sich eine Zukunftsperspektive mit Beruf zu entwickeln.

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Lotsen für Migranten orientalischer, arabischer und afrikanischer Herkunft auf dem Weg zur Existenzgründung und Selbständigkeit

Menschen orientalischer, arabischer und arabischer Herkunft bleiben häufig die Wege verschlossen, ihre Fähigkeiten und Qualifikationen auf beruflicher Ebene zum Ausdruck zu bringen. Um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, sind sie oft gezwungen unterhalb ihrer persönlichen und beruflichen Kompetenz zu arbeiten.

Gründe hierfür sind unter anderem:

  • Zeugnisse und Berufsabschlüsse aus den Herkunftsländern werden in Deutschland selten als gleichwertig anerkannt,
  • sprachliche Barrieren,
  • kulturelle Vorurteile.

Ein weiterer Aspekt kann das Sich- Nicht- Zurechtfinden sein zwischen Bürokratie, Gesetzgebung und fremden sozialen und ökonomischen Lebensverhältnissen. Auch mangelnde Kenntnisse der deutschen Akteure über Beweggründe und Herangehensweisen von Migranten an berufliche Belange verhindern deren Zugänge.

Der Lotsendienst hat das Ziel, Migrantinnen und Migranten bestehende Angebote in den Bereichen der beruflichen Bildung und im Vorfeld einer Existenzgründung erschließen zu helfen.

Unterstützungsmöglichkeiten bei der beruflichen Orientierung werden vermittelt und Förderprogramme bekannt gemacht und je nach Bedarf weitere Beratungseinrichtungen, öffentliche Institutionen und andere in den Prozeß miteinbezogen.

Das Potential für eine berufliche Selbständigkeit und einer späteren Existenzgründung von Migrantinnen und Migranten soll erkennbar gemacht, aktiviert und unterstützt werden.

Wir möchten den interessierten Migrantinnen und Migranten den für sie wie oft auch für Einheimische schwer überschaubaren Weg durch die komplexen Strukturen der Berufsbildungs- und Gründungslandschaft bahnen. Dies soll durch individuelle Beratung, Vermittlung und Begleitung erreicht werden.

Das Projekt wurde in den Jahren 2001 – 2004 durch die Robert Bosch Stiftung gefördert und wird seitdem durch sonstige Spenden und Zuwendungen unterstützt.
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